Zoom-Abendmahl zum Abendbrot: Nähe auf Distanz

Einsetzung des Abendmahls über Zoom

Quentin und Sara sind die ersten, die am Freitagabend online zum Zoom-Abendmahl vorbeischauen. Zwei Konfirmand*innen, die schon öfter mitgefeiert haben. Dann kommt Frau M., 94 Jahre, ein befreundetes Ehepaar richtet ihr jeden Monat den Zugang her. So kann sie die Isolation ihrer Wohnung wenigstens virtuell zum Abendmahl verlassen. Nach und nach füllt sich der Bildschirm: Paare, eine Familie mit drei Kindergartenkindern, ein paar Facebook-Freund*innen aus Süddeutschland, eine Jugendliche aus dem Au-Pair-Jahr in den USA…

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Wieweit trägt digitale Gemeinschaft? Bis zum Abendmahl?

Wordcloud

Der Kontakt zur Gemeinde ist für viele – gerade lose verbundene – Gemeindemitglieder nun digital. In Corona-Zeiten ist Gemeinschaft als face-to-face-Begegnung in Gemeinden kaum möglich. Gemeindeleben musste pandemiebedingt digital gestaltet werden. Kann in solcher digitalen Gemeinschaft überhaupt Abendmahl gefeiert werden? Digitalisierung verändert die Ortsgemeinde nachhaltig verändern, das wird auch für die Zeit nach Corona gelten.

Teilnahme (c) Evangelische Medienarbeit EMA
Teilnahme an Online-Gottesdiensten nach ReTeOG-Studie (c) Evangelische Medienarbeit EMA

Wenn sich Gemeindeleben ins Internet verlagert, merken wir schnell: Wir sind auf einem Marktplatz, Angebote müssen gut sein, sonst wechseln die Nutzer*innen schnell anderswohin. Christliche Gemeinschaft ist nicht auf die Kohlenstoffwelt beschränkt, sondern auch online leben Christenmenschen ihren Glauben. Neben der Gemeinde vor Ort bieten dabei soziale Netze Orte der Gemeinschaft an. Was geht digital? Gibt es Gemeinschaftsformen und -erlebnisse, die es nur im Analogen gib? Ganz konkret: was verändert sich, wenn Gemeinden Abendmahl digital feiern?

Was geht digital an Gemeinschaft?

  • Was erlaubt die Technik?
  • Wie nehmen Menschen digitale Gemeinschaft wahr?
  • Und was wollen wir überhaupt theologisch?
  • Was heißt das fürs Abendmahl?
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Christi Leib für Dich im Livestream – Abendmahl online feiern?

Online-Abendmahl (Fotomontage)
Online-Abendmahl (Fotomontage)
Online-Abendmahl (Fotomontage)

Ostern Online

Ich habe Abendmahl gefeiert. Gründonnerstag, Karfreitag, Ostersonntag in diesem merkwürdigen April 2020. Es war anders als sonst. Online statt in der Kirche, jedes Mal auf einem anderen Kanal.

Ich studiere Theologie in Basel, im letzten Semester durfte ich eine Seminararbeit über die theologischen Grundlagen des Online-Abendmahl schreiben. Als ich im September 2019 damit begann, ahnte ich nicht, wie aktuell dieses Thema so plötzlich werden würde. Und so war meine Teilnahme am Online-Abendmahl begleitet von einem analytisch-kritischen, professionell-theologischem Blick: Kann die Theorie im Praxistest bestehen?

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Online-Abendmahl ist keine Schnelllösung, sondern jetzt an der Zeit

Webinar zu Online-Ritualen
Screenshot von einem Webinar zu Online-Ritualen

Nachdem es anfangs eine nicht öffentlich zugängliche Empfehlung aus dem EKD-Kirchenamt gab, die von online gefeierten Abendmahlsgottesdiensten abriet, gibt es nun eine differenziertere Stellungnahme, in der weiterer Klärungsbedarf angemahnt wird.

Die grundsätzlichen theologischen Fragen brauchen unseres Erachtens Zeit, um gemeinsam bedacht und entschieden zu werden – trotz der anstehenden Feiertage. Insofern wird hier eine gewisse Zurückhaltung gegenüber schnellen Lösungen empfohlen. Wo angesichts der geistlichen Not, sich nach dem Abendmahl zu sehnen und es doch in der gewohnten Form in unseren Kirchen nicht feiern zu können, neue Wege versucht werden, sollte dies sehr sorgfältig und unter Wahrung unserer Traditionen sowie in guter ökumenischer Verbundenheit getan werden.

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Grammatik des Online-Gottesdienstes

mammothhq_com_boards_154678-fachtag-religiose-kommunikatEingeladen zu einem Vortrag “Andacht & Gottesdienst online – theologisch” gehe ich auf einer Zeitschiene die Veröffentlichungen und Argumentationsmuster der letzten Jahre durch.
Mit fällt auf, das Thema Gottesdienst ist – zumindest in dieser Diskussion – eng mit dem Thema Gemeinde verknüpft. Im Gottesdienst versammelt sich die Gemeinde, das Idealbild ist der sonntägliche Gottesdienst der Ortsgemeinde, in welchem sich die Gemeindeglieder unter Wort und Sakrament versammeln. Und das ist online anders. „Grammatik des Online-Gottesdienstes“ weiterlesen

Eine virtuelle Kirche gibt es nicht, aber Online-Gemeinden schon

Multi-Site Church

Mein Blogpost “Sündige kräftig im #Neuland!” zitierte aus einer Diskussions in der Facebookgruppe Kirche und Social Media, die Diskussion ging anschließend in dieser Gruppe weiter. „Eine virtuelle Kirche gibt es nicht, aber Online-Gemeinden schon“ weiterlesen

~o~ heißt: „Friede sei mit dir“ – Gottesdienste im Internet

Die Twitterwall beim Twittergottesdienst zum Relicamp 2012 in Frankfurt (Foto: Hanno Terbuyken/evangelisch.de)
Die Twitterwall beim Twittergottesdienst zum Relicamp 2012 in Frankfurt (Foto: Hanno Terbuyken/evangelisch.de)

Facebook-Gottesdienst, Twittagsgebet, Chatandacht oder Online-Abendmahl – alleine diese Worte zeigen schon, was es im Netz alles gibt. Allerdings, was technisch geht, muss theologisch noch lange nicht gut sein.

Das Web 2.0 hat die Trennung zwischen Produzenten und Konsumenten aufgehoben, wir alle sind „Prosumer“ geworden, d.h. wir produzieren und konsumieren Inhalte. Auf Gottesdienste übertragen heißt dies, die Trennung zwischen der Liturgin bzw. dem Liturgen (dem „Produzenten“ bzw. der Produzentin eines Gottesdienstes) und der Gemeinde (den „Konsumenten“ eines Gottesdienstes) ist aufgehoben. Diese Möglichkeiten des Web 2.0 werden allerdings nicht immer genutzt, man findet daher auch im Internet Gottesdienst 1.0, d.h. traditionelle Gottesdienst-Formen aus der Kohlenstoffwelt, die eins zu eins ins Internet transponiert werden, ohne die durch das Web 2.0 gegebenen Kommunikationsformen zu nutzen. Andererseits gibt es in den Weiten der Online-Welten auch immer jemand, der oder die Experimentelles einfach umsetzt und neue Online-Techniken nutzt, ohne sich für diese Gottesdienstform die kirchenamtliche Erlaubnis einzuholen.

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Abendmahl online: Was bedeutet "Das ist mein Leib"?

Interessante theologische Denkanstöße zur Möglichkeit eines Online-Abendmahles und eine gute Zusammenfassung der Diskussion, die an verschiedenen Orten im Netz stattfand. Wenn ich persönlich mit der Schlussfolgerung zurückhaltender wäre, finde ich diesen Blogartikel auf jeden Fall lesenswert.

"Das ist mein Leib" – und dann war der Ton weg

Im Vorfeld wurde über das angekündigte Internet-Abendmahl viel diskutiert, daher wollte ich online erleben, wie es umgesetzt würde. Kurz vor acht Uhr meldete ich mich an. Die Webinar-Plattform bot ein Facebook-Login an, das ich zunächst nutzen wollte. „"Das ist mein Leib" – und dann war der Ton weg“ weiterlesen

Abendmahl online? Wollen wir das?

Experiment Internet-Abendmahl (Screenshot evangelisch.de)
Experiment Internet-Abendmahl (Screenshot evangelisch.de)
Experiment Internet-Abendmahl (Screenshot evangelisch.de)


“Abendmahl im Internet: Ein Experiment” ist der Abendaufmacher heute (6.9.2012) von evangelisch.de. Am kommenden Freitag – so die Ankündigung – wird in der evangelischen Kirchengemeinde Eppertshausen unter dem Titel “Chillen mit Gott” ein alternativer Gottesdienst gehalten.
Während des Gottesdienstes feiert die Gemeinde auch ein Online-Abendmahl. Dies wird ins Internet gestreamt, über eine Webinar-Software können Internetuser dem Gottesdienst folgen. Geplant hat diesen Gottesdienst Ralf Friedrich, der Prädikant ruft die Internet-User auf,  sich “ein Stück Brot oder eine Oblate sowie einen Schluck Traubensaft oder Wein für die Abendmahlsfeier” bereit zu legen.

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